Damit Europa kein unvollendeter Traum bleibt 2017

17. - 21. Juli 2017

Polarisierung bekämpfen, Vertrauen aufbauen

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Die Isolierung in Europa wächst dadurch, dass Menschen sich zunehmend in Gruppen gleicher Herkunft, gleichen Glaubens und gleicher Klasse zurückziehen. Sie haben, einfach ausgedrückt, den Kontakt zum „Anderen“ abgebrochen. Polarisierung könnte damit als eines der Merkmale unserer Zeit bezeichnet werden. Als solches hat sie weitreichenden Einfluss auf die Zusammenarbeit von Europäerinnen und Europäer im Hinblick auf ihr gemeinsames Wohl.

Dieses Event ist für Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus, die auf gemeinsamen moralischen und geistigen Werten philosophischer und religiöser Traditionen aufbauen möchten, um durch den Entwurf konkreter, hoffnungsstiftender europäischer Initiativen Alternativen zu Polarisierung aufzuzeigen.

Hauptziel des Events ist es, anhand konkreter Initiativen, die Vertrauen aufbauen und dem derzeitigen Trend der Polarisierung in Europa entgegenwirken, Hoffnung zu wecken und Menschen zu inspirieren. Gleichgesinnte werden vernetzt, neue Partnerschaften angeregt, Kontakte geknüpft und ein reger Austausch über gängige Praktiken und Methoden geführt.

Zum dritten Mal in Folge ist das Young Ambassadors-Programm fester Bestandteil der Veranstaltung. Dieses Programm wendet sich an junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, denen die Zukunft ihres Kontinents am Herzen liegt und die einen Wandel bewirken wollen. Wir haben einen geschützten Raum geschaffen, wo sie einander zuhören, Beispiele vertrauensbildender Initiativen austauschen und dem schädlichen Einfluss der Polarisierung in Europa entgegenwirken können.

Kommen Sie nach Caux und lernen Sie Menschen aus verschiedenen Generationen und unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen aus ganz Europa kennen. Erfahren Sie mehr über wirksame Massnahmen im Umgang mit den polarisierenden Kräften in unserer europäischen Gesellschaft von heute. Lassen Sie andere an Ihrer Geschichte Teil haben, schaffen Sie Vertrauen und lassen Sie sich inspirieren! Melden Sie sich noch heute an!

Referentinnen & Referenten

  • Jo Berry (England), Sechzehn Jahre, nachdem ihr Vater durch eine IRA-Bombe ums Leben kam, traf Jo Berry zum ersten Mal auf den Verantwortlichen, Pat Magee. Seit ihrem ersten dreistündigen Treffen sind sie schon über hundertfünzig Mal gemeinsam für Frieden und Verständnis eingetreten. Jo ist regelmässig Referentin bei internationalen Konferenzen und Seminaren über humanitäre Hilfe, Konfliktresolution und Menschenrechte. Sie hat eine Ausbildung in Storytelling, Konflikttransformation und restorative Justiz und arbeitet mit Pat Magee in verschiedenen Konfliktregionen der Welt.
  • Patrick Magee (Nordirland), Dr. Patrick Magee wurde 1999 aus dem Gefängnis entlassen, wo er eine Doktorarbeit über die Darstellung der irischen Republikaner in der sogenannten "Troubles"-Fiktionn schrieb. Er war 27 Jahre lang engagiertes Mitglied der IRA und bleibt nach wie vor überzeugter Republikaner. Im November 2000 stimmte er einem Treffen mit Jo Berry zu, dessen Vater mit vier weiteren Personen bei einem IRA-Angriff auf das Grand Hotel in Brighton 1984 ums Leben gekommen war. Seitdem setzen sie sich gemeinsam für Frieden ein.
  • Celia DemoorCelia Demoor (Frankreich), Celia Demoor arbeitet im Bereich Friedensförderung und Konfliktlösung. Sie absolvierte einen Master in Friedens-, Konflikt- und Entwicklungsstudien und beschloss, in ihre Heimatregion Nordfrankreich zurückzukehren. Ihre Erfahrungen im Ausland haben ihr politisches Bewusstsein und ihre kulturelle Sensibilität geschärft. Sie unterrichtet Englisch, Interkulturalität und Zivilengagement an der Universität in Lille. Sie ist ausserdem Gründerin und Leiterin von DEEP France, einem Mitglied des Netzwerks DEEP International (Dialog, Emphatisches Engagement und Friedensförderung), einem globalen Netzwerk für Friedensaktivisten auf der ganzen Welt.
  • Dr. Brahim Hammouche (Frankreich), Dr. Brahim Hammouche stammt aus Algerien (Kabylei) und lebt seit 1973 im französischen Lothringen, einer Region, die stark von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Die Fragen um Europa liegen ihm daher sehr am Herzen. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern und arbeitet als Facharzt der Psychatrie und Geriatrie. Er engagiert sich in der Liga für Menschenrechte und ist Mitglied des Departementrats Mosel. Dr. Hammouche ist zur Zeit Kandidat der französischen Parlamentswahlen.
  • Dr. Abderrahmane Hedjoudje (France), (MD/MSE) ist Radiologe und in der biomedizinischen Forschung tätig. Er ist Sozialunternehmer und Präsident von The Créa’Team Factory, einem Verein, dem die Förderung von Kultur und Wissen für das breite Publikum am Herzen liegt. Er hat für mehrere audiovisuelle Projekte geschrieben, darunter den preisgekrönten Dokumentarfilm ‘Kalifornische Muslime’. Er möchte Wissenschaft, Kultur und Technologie mischen, um Bildung und Bildungsentertainment auf kreative und inspirierende Weise zu fördern.
  • Olga KashkarovaOlena Kashkarova  (Ukraine), Olena Kashkarova ist Ukrainerin mit russischen Hintergrund. Sie arbeitet seit 2001 im Rahmen des Programms "Foundations for Freedom" für IofC und ist viel in Europa, Südostasien, Lateinamerika und den USA gereist. Sie koordinierte drei Jahre lang die Trainingsplattform und das Gemeinschaftshaus in Baranikva in der Zentralukraine. Sie interessiert sich vor allem für Dialogarbeit, besonders zwischen Menschen verschiedener Herkunft mit unterschiedlichen politischen Ansichten in der Ukraine. Olga ist derzeit Mitglied des Moderatorennetzwerkes von Foundation for Freedom.

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