ELB
Resilientes Leadership in Zeiten permanenter technologischen Wandels auf dem Vormarsch
Ethisches Leadership im Business
Montag, 23. April 2018

Resilientes Leadership in Zeiten permanenter technologischen Wandels auf dem Vormarsch

Ethisches Leadership im Business

Haben Sie auch das Gefühl, vom ständigen technologischen Fortschritt zwar überfordert, gleichzeitig davon zu profitieren? Ich persönlich bin von vielen Erfindungen fasziniert, wie beispielsweiser künstlicher Intelligenz, die helfen kann, vermisste Kinder wiederzufinden oder Alzheimer fünf Jahre vor der Diagnose festzustellen. Leider haben diese Technologien auch beängstigende Seiten und können für weniger noble Gründe missbraucht werden, wie beispielsweise im Falle von sozialen Bürgerbewertungssystemen.

Angesichts der schnellen Fortschritte bleibt nur wenig Zeit, um die potentiellen Langzeitauswirkungen neuer Technologien zu erforschen. Wir haben heutzutage schlichtweg keine Ahnung, welche Berufe oder Wirtschaftsmodelle in den nächsten fünf Jahren geschaffen oder zerstört werden. Nur die Zeit kann dies aufzeigen. Dennoch stellt sich die Frage, wie wir uns und die nächste Generation auf die Zukunft vorbereiten können.

Können wir bei schnell und breit angelegten Veränderungen nach wie vor auf eine zeitintensive Legislation zurückgreifen, um sicherzustellen, dass neue Innovationen der Menschheit nicht schaden? Bei technologischen Innovationen steht viel auf dem Spiel.

Welches Leadership brauchen wir also heute, um zu gewährleisten, dass Innovationen Wirtschaft und Gesellschaft stärken?

Wir brauchen Resilienz, sowohl auf persönlicher als auch organisatorischer Ebene, da sie unsere Fähigkeit stärkt, uns Veränderungen anzupassen und Schwierigkeiten schnell wegzustecken. Als Individuen wie auch in Unternehmen können wir unsere Resilienz dadurch stärken, indem wir an unserer Einstellung gegenüber Unbekanntem arbeiten.

Lösungsansätze der Vergangenheit sind vermutlich keine adequate Antwort auf aktuelle Umstände. Daher müssen wir die neue Welt mit den Augen eines Anfängers betrachten. Wie Entdeckerinnen und Entdecker können wir die Neuheuten der heutigen Welt erkunden und Lösungen entwickeln, die uns helfen, uns neuen Situationen leicht anzupassen, wie z.B. die Entwicklung innovativer Ideen für die Bildung und Fortbildung zukünftiger Arbeitskräfte. Meiner Meinung nach hat die Regierung von Singapur hierbei gemeinsam mit Interessenvertreterinnen und -vertretern einen sehr interessanten Ansatz entwickelt.

Wenn wir Unbekanntes in etwas Vertrautes umwandeln, zeigt dies, dass wir mit jenen, die innovieren sowie denjenigen, die von Innovationen betroffen sind, in ständigem Kontakt sind und ihnen zuhören. Aktives Zuhören vernetzt uns mit den Bedürfnissen anderer Menschen, ihren Ideen und Träumen.

Der Reichtum verschiedener Meinungen fördert die Kreativität von Unternehmen und zeigt, in welcher Hinsicht bestimmte Produkte und Dienstleistungen relevant sind und verändert werden müssen. Aber bei aktivem Zuhören geht es nicht nur um andere. Aktives Zuhören ist auch wichtig, wenn es darum geht, auf uns selbst zu hören.

Ein täglicher Moment der Stille ist ein wunderbares Mittel, um unsere Batterien neu aufzuladen. Diese Pause kann ausserdem zu einer Quelle der Einsicht und Inspiration werden oder helfen, eine langersehnte Antwort zu finden. Sie stärkt unsere persönliche Resilienz gegenüber Veränderungen, hilft, Gelegenheiten wahrzunehmen und gleichzeitig Lösungen zu erarbeiten, um dadurch Risiken zu mindern.

 

Annika Hartmann de Meuron ist die Leiterin des Events “Ethisches Leadership im Business” für Initiativen der Veränderung Schweiz. Ethisches Leadership im Business ist Teil des Caux Forums und findet vom 28. Juni bis zum 1. Juli 2018 statt. Thema 2018: "Innovationen vorantreiben und Resilienz in Business und Gesellschaft stärken".

 

 

X