Geschichte des Caux- Konferenzzentrum

Das ehemalige Caux-Palace Hotel

Early view of the Caux Palace Hotel1900-1902: Bau des Palace, welches zum größten und luxuriösesten Hotel der Schweiz wird. Unter den Gästen befinden sich Schriftsteller, Schauspieler und Königfamilien.

Durch den ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrise 1929 schreibt das Hotel rote Zahlen und die Schulden türmen sich.

In den 30er Jahren gibt es Änderungen in der Geschäftsführung sowie finanzielle Neuordnungen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs muss das Hotel letztlich schließen.

1944 wird das Haus unter dem Namen Hotel Esplanade durch die schweizer Behörden wiedereröffnet, um aus Italien geflohene Kriegsgefangene und italienische Zivilisten zu beherbergen. Im Dezember desselben Jahes werden jüdische Flüchtlinge aus Ungarn aufgenommen. Erforscht wurde diese Epoche von dem amerikanischen Historiker Historian Egon Mayer. In Gedenken an die Flüchtlinge und an jene, die während des Zweiten Weltkrieges an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden, wurden im Park des Hauses eine Eiche gepflanzt und eine Gedenktafel errichtet.

Im März 1946 übernimmt die Schweizerische Volksbank die Hotelgesellschaft Caux, in deren Besitz sich das Haus damals befand.

Vom Hotel zum Konferenzzentrum

Frühjahr 1946 – Übernahme des ehemaligen Caux-Palace Hotels

Renovation of Caux PalaceEine kleine Gruppe von Schweizern war davon überzeugt, dass die Moralische Aufrüstung zur Heilung und Wiederversöhung des vom Krieg zerstörten Europas beitragen könne. Sie begaben sich auf die Suche nach einem Gebäude, in dem sie Konferenz abhalten konnten, um verfeindete Nationen wieder zusammenzubringen. Ermutigt von Frank Buchman, dem Gründer der Moralischen Aufrüstung, stießen sie schließlich auf das zum Verkauf stehende ehemalige Caux-Palace Hotel.  Der Besitzer, die Schweizerische Volksbank in Montreux, und der Bürgermeister der Stadt erkannten den Wert eines internationalen Konferenzzentrums in der Region. Die Bank schlug einen günstigen Kaufpreis von 1'050'000 Schweizer Franken vor und gab der Moralischen Aufrüstung gegenüber anderen Kaufinteressenten den Vorrang. Nahezu hundert Schweizer brachten erhebliche finanzielle Opfer, um die erste Ratenzahlung zu ermöglichen. So verzichtete zum Beispiel eine Familie auf den Bau des geplanten Eigenheims und eine Hausangestellte spendete ihre gesamten Ersparnisse. Der Kaufvertrag wurde am 25. Mai 1946 unterzeichnet. Mitte Juli öffnete das Konferenzzentrums seine Tore. Bis zur Eröffnung restaurierten rund hundert Freiwillige das Gebäudeinnere, welches durch die Ereignisse des vergangen Jahrzehnts stark beschädigt war.

 

60 Jahre Konferenzzentrum Caux – Die Höhepunkte

1946-50: Im Geiste der Wiederversöhnung trafen sich Franzosen und Deutsche in Caux

1950: Besuch einer 60-köpfigen Delegation an Politikern und Gewerkschaftern aus Japan. Ein halbes Dutzend militanter kommunistischer Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet kam nach Caux. Sie griffen die Idee auf, dass das Umdenken der Menschen fehlendes Element ihrer Partei sei. Nach ihrem Ausschluss aus der Kommunistischen Partei brachten sie einen revolutionären Wind in die Moralische Aufrüstung. Kommunistische Machthaber in verschiedenen anderen Ländern durchliefen einen ähnlichen Wandel.

1950-56: Gruppen der Moralischen Aufrüstung verließen Caux, um in brasilianischen Häfen gegen Korruption zu kämpfen. Auswirkungen in den Favelas von Rio.

1951-53: Zahlreiche Delegationen von Fabrikarbeitern, Mitarbeitern und Arbeitgebern besuchten Caux.

1953-60: Caux wurde zum Treffpunkt für führende afrikanische Politiker und Vertreter der Kolonialstaaten.

1961: Durch den Tod von Frank Buchmann und die darauffolgende Übergangszeit wurde die Reichweite von Caux geschwächt; die Arbeiten wurden allerdings fortgeführt.

1967: Gründung des Asia Plateau, Zentrum der Moralischen Aufrüstung in Panchgani, Indien – Ausweitung der Aktionen in Asien.

1968-69: Der Besuch von sieben Delegationen aus Alto Adige (Südtirol) hatte Auswirkungen auf die politische Situation der italienischen Provinz.

1977-80: Caux unterstützte die Friedensbemühungen und Unabhängigkeitsbestrebungen im ehemaligen Rhodesien.

1986: Erstes jährliches Treffen von Führungskräften aus Japan, den USA und Europa in Caux.

1986-95: In Caux finden Treffen zwischen Einzelpersonen und verfeindeten Gruppen aus dem Libanon, Kambodscha, Somalia und Südafrika statt. Dialog zwischen den ethnischen Gruppen der Innenstädte.

1995: Beginn der Partnerschaft mit der Swiss Hotel Management School (SHMS), die große Teile des Zentrums in der Zeit zwischen den Konferenzen nutzt.

2006: 60-jähriges Jubiläum des Konferenzzentrums, dessen Geschichte in einer neuen Broschüre vorgestellt wird.