Bridgebuilders, Interns, Caux Peace and Leadership Programme, Colombia
"Jeder von uns kann Brücken bauen!"
Caux Peace and Leadership-Programm
Freitag, 26. Januar 2018

"Jeder von uns kann Brücken bauen!"

Caux Peace and Leadership-Programm

Dies war der erste Satz, den Maria Paula Garcia Romera hörte, als sie 2016 in Caux in der Schweiz ankam. Sie sollten dort am Caux Interns-Programm, dem jetztigen Caux Peace and Leadership-Programm, teilnehmen. Ihr Leben hat sich seit damals stark verändert. Bei ihrer Rückkehr in ihre Heimat Kolumbien hatte sie nicht nur mehr über sich selbst und ihr eigenes Umfeld gelernt, sondern auch beschlossen, eine aktive Rolle als Changemaker einzunehmen.

 

 

Veränderung möglich machen

Maria Paula war die strukturell bedingte Ausgrenzung der Wayuu, des grössten kolumbianischen Ureinwohnerstammes, in der Region La Guajira, nicht unbekannt. Sie hatte die Gegend zuvor schon einmal bereist und ein Kolumbien entdeckt, das vollkommen anders war als die Realität, der sie in der Landeshauptstadt Bogotá begegnete. Dennoch war es nach ihrer Rückkehr aus Caux, als sie erkannte, dass sie tatsächlich etwas gegen die extreme Armut und Ausgrenzung dieser Menschen tun konnte.

Sie begann, mitten in La Guajira in enger Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort eine Bücherei aufzubauen. "Man kann Veränderung nur durch Zusammenarbeit möglich machen", erklärt sie. Diese Erkenntnis war eine der Erfahrungen , die sie aus ihrer Zeit in Caux mit nach Hause genommen hatte, um sie anschliessend in die Praxis umzusetzen. Die Idee einer Bücherei stammte nicht von ihr, sondern entstand durch ihre Diskussionen mit lokalen Behörden darüber, was in der Gegend am dringensten benötig wurde. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten und Analphabetismus waren nach Meinung der Gemeindevertreterinnen und -vertreter zwei der grössten Probleme, mit denen die Ureinwohner zu kämpfen hatten, und sie beschlossen, gemeinsam zu handeln.

Ein Jahr später war alles bereit: Die "Biblioteca Suuralairua" war Realität geworden und bot mehr als 200 Wayuu-Kindern in einem Raum der Gemeinde Zugang zu Büchern und anderen Lernmaterialien. Lehrerinnen und Lehrer vor Ort, so Maria Paula, stellen regelmässig die korrekte Nutzung der Bibliothek sicher und werten ihren Einfluss und ihre Wirkung aus.

 

 

Suuralairua = Wurzeln

Suuralairua bedeutet in der Wayuunaiki-Sprache der Ureinwohner "Wurzeln". Das Logo der Bibliothek zeigt einen Vogel, der ein offenes Buch hält. "Ein offenes Buch von uns an sie und umgekehrt", so beschreibt Maria Paula die Darstellung der gemeinsamen Anstrengungen, die dieses Projekt ermöglicht haben.

Sie hat es geschafft, Unterstützung von Familie und Freunden zu bekommen, um das Bibliotheksprojekt umzusetzen und hat sich um Sachspenden von Buchläden und Verlagen bemüht. Sie hat sogar eine Reederei davon überzeugt, dem Stamm, der rund 900 km von Bogotá entfernt lebt, kostenlos eine Lieferung zukommen zu lassen. Die Lieferung per Schiff hätte normalerweise ca. US$2,000 gekostet, eine Summe, die das gemeinnützige Projekt, das von der Unterstützung Freiwilliger lebt, nur schwer hätte aufbringen können.

"Wenn du willst, dass dein Umfeld anders wird, muss du zuerst dich selbst verändern und zutiefst daran glauben, dass man selbst etwas erreichen kann", beschreibt Maria Paula eine der Lektionen, die sie in Caux gelernt hat.

Ihrer Meinung nach war die interkulturelle Dimension des Interns-Programms ein weiterer grosser Vorteil. Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansichten, Kulturen und Religionen und eine Zimmerkollegin aus einer anderen Ecke der Welt, wie es in Caux üblich ist, hätten ihr geholfen, zu wachsen, so Maria Paula. Es half ihr ausserdem bei ihrem Umgang mit den kolumbianischen Ureinwohnern und deren Sichtweise und kulturellen Eigenheiten - Faktoren, die im heutigen Mainstream-Kolumbien oft unbeachtet bleiben oder nur wenig respektiert werden.

 

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